Andreas Meyer: Die Bedeutung von Emotionen beim Comeback nach Verletzung

Sportarten: Leichtathletik, Petanque, Triathlon, Klettern, Fussball, Schiedsrichter

Verletzungen können schwerwiegende Folgen für die Karriere eines Athleten bedeuten und ihn emotional sehr belasten. Wenn es um den Weg von der Verletzung hin zum Wiedereinstieg in den Wettkampfsport geht, spielen auch psychologische Faktoren eine wichtige Rolle. Laut der biopsychosozialen Struktur fängt es schon damit an, wie der Athlet seine Situation bewertet, verletzt zu sein.

Zum Thema: Die Bedeutung der Bewertung einer Verletzung

Die Bewertung der eigenen Situation beeinflusst massiv die Stärke und Häufigkeit der aufkommenden negativen Emotionen. Diese negativen Emotionen beeinflussen wiederum das Verhalten des Athleten (auch bezüglich der Compliance mit dem Rehabilitationsprogramm). Diese Zusammenhänge zeigen auf, dass es sich durchaus um ein miteinander verwebtes Konstrukt handelt, welches die Relevanz psychologischer Aspekte in der Rehabilitation von Sportlern betont.

Diese Ableitungen stammen aus der Studie „Negative psychological responses of injury and rehabilitation adherence effects on return to play in competitive athletes: a systematic review and meta-analysis“, die 2017 im „Open Access Journal of Sports Medicine“ veröffentlicht worden ist. Eine wichtige Erkenntnis der Studie war, dass negative psychologische Reaktionen die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Rückkehr zur sportlichen Tätigkeit minimierten.

Stress beeinflusst Wundheilung

Eine Begründung, warum sich negative Emotionen auf den Comeback-Prozess auswirken, scheint der Einfluss von psychologischem Stress auf die Wundheilung zu sein. Der Stress könnte die Entzündungsphase verlängern und das Auftreten von Infektionen begünstigen. Es konnte in früheren Studien gezeigt werden, dass das Fehlen von negativen Emotionen wie Angst oder Furcht, die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Athlet Vertrauen in seinen Körper entwickelt. Dieses Selbstvertrauen könnte den Einstieg ins RTP erleichtern, da sich der Athlet schon früher belastet und in sportliche Aktivitäten einsteigt.

Es wurde außerdem noch einmal bestätigt, dass die Compliance des Athleten in das Rehabilitationsprogramm einen positiven Einfluss auf den Zeitpunkt des RTP hat. Gerade die Personen, die ausgiebig mit den verletzten Athleten arbeiten (Physiotherapeuten, Sportphysiotherapeuten, Medical Athletic Coaches usw.), sollten diese Faktoren berücksichtigen.

Das bedeutet:                                                                  
– keine Nocebos
– verständliche Rehaprogramme
– gesunde Kommunikation mit dem Athleten
– Stressmanagement
– herausfordern (Möglichkeiten aufzeigen) statt verängstigen (Problemfixiertheit)
– Selbstverantwortung des Athleten betonen

Sportpsychologen können helfen

In diesem Bereich können Sportpsychologen eine wichtige Funktion einnehmen, in dem sie den Sportler auf dem Weg zurück begleiten. Nehmen Sie gern Kontakt auf, meine Kollegen (zu den Profilen von Die Sportpsychologen) und ich (zum Profil von Andreas Meyer) stehen gern bereit.

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